Ahmed bin Hamad al-Khalili, der Großmufti von Oman, hat inmitten der jüngsten Entwicklungen im Jemen seine Positionen zur Bewegung Ansar Allah und zum Thema Palästina klar geäußert. In Reaktion auf die anhaltenden inneren Konflikte im Jemen und das Blutvergießen unter den Jemeniten hat er das Ende dieses Krieges und die Wahrung der Einheit in seinem Land gefordert. Al-Khalili hat auch die Gelehrten kritisiert, die sich gegen Ansar Allah stellen, und betont, dass diese Bewegung seit ihrer Gründung Palästina unterstützt und sich gegen das zionistische Regime gewandt hat.
Analyse der Positionen al-Khalilis
Es scheint, dass die Positionen al-Khalilis im Widerspruch zueinander stehen: Einerseits die Unterstützung von Ansar Allah und andererseits die Kritik am Bürgerkrieg im Jemen. Um diese beiden Positionen zu verstehen, muss man erkennen, dass al-Khalili zwischen dem "inneren Konflikt im Jemen" und dem "Thema Palästina" unterscheidet. Ansar Allah ist für ihn nicht nur ein innerer Akteur, sondern Teil einer umfassenderen islamischen und regionalen Gleichung.
Dieser Ansatz zeigt sich auch in den früheren Positionen al-Khalilis. Im September 2024 lobte er die Angriffe von Ansar Allah auf das zionistische Regime und bezeichnete sie als Grund zur Ehre und Stolz. Auch im Januar 2025 forderte er die Jemeniten auf, sich für die Unterstützung Palästinas einzusetzen und bezeichnete es als ein Thema, das die gesamte islamische Umma betrifft.
Die Rolle Palästinas im Diskurs al-Khalilis
Der Schlüssel zum Verständnis der Positionen al-Khalilis liegt darin, dass das Thema Palästina in seinem Denkrahmen über ein politisches und geografisches Thema hinausgeht. Er sieht Palästina als ein heiliges Thema, das mit der Solidarität der islamischen Umma verbunden ist. Aus diesem Grund kann das Verhalten eines Akteurs wie Ansar Allah gegenüber Palästina seine Bewertung im religiösen Diskurs beeinflussen.
Dieser Punkt hat insbesondere nach der Operation "Sturm von Al-Aqsa" und dem Gazakrieg an Bedeutung gewonnen. Ansar Allah versucht, seine Aktionen mit dem Gazakrieg zu verknüpfen, um seine regionale Rolle hervorzuheben. Währenddessen hat al-Khalili auch die Handlungen der Jemeniten in diesem Zusammenhang interpretiert und sie im Zusammenhang mit dem Widerstand gegen das zionistische Regime beschrieben.
Dennoch kann die Unterstützung al-Khalilis für Ansar Allah nicht nur auf religiöse Nähe oder auf die Rivalitäten zwischen Schiiten und Sunniten zurückgeführt werden. Als eine der herausragenden religiösen Persönlichkeiten des Ibadismus äußert er seine Ansichten basierend auf der Art und Weise, wie er mit dem Thema Palästina und dem zionistischen Regime umgeht.
Unterschied zwischen al-Khalilis Position und der offiziellen Politik Omans
Es ist wichtig zu erwähnen, dass die Positionen al-Khalilis nicht mit der offiziellen Politik der Regierung Omans gleichgesetzt werden sollten. Die offizielle Politik von Maskat betont den Dialog, die Verringerung von Spannungen und die Bemühungen um politische Lösungen. Das Außenministerium Omans hat im Dezember 2025 betont, dass der Dialog und das Erreichen politischer Vereinbarungen Priorität haben sollten.
Während al-Khalili als religiöser Würdenträger seine Meinungen frei äußern kann, strebt die Regierung Omans danach, die Beziehungen zu verschiedenen Parteien aufrechtzuerhalten und den Dialog zu erleichtern. Diese Unterscheidung gewinnt in der gegenwärtigen Situation, in der die Konflikte im Jemen erneut zugenommen haben und Ansar Allah zu einem der Hauptakteure geworden ist, an Bedeutung.
Schließlich spiegelt die Unterstützung von Ahmed bin Hamad al-Khalili für Ansar Allah und seine Positionen zum Thema Palästina nicht nur seine religiösen Ansichten wider, sondern zeigt auch seinen Versuch, Palästina im Zentrum des islamischen Diskurses zu halten.
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Al Jazara
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