Die Parlamentswahlen in Russland finden von Freitag, dem 29. September, bis Sonntag, dem 1. Oktober 2023, statt. Diese Wahlen sind die ersten, die nach Beginn des Ukraine-Kriegs im Jahr 2022 durchgeführt werden, und sie erfolgen unter Bedingungen, in denen die russische Wirtschaft mit ernsthaften Problemen konfrontiert ist. Bei diesen Wahlen wählen die Wähler die Mitglieder der Staatsduma, des Unterhauses des russischen Parlaments.
Details zu den Wahlen und deren Bedingungen
In dieser Wahlperiode wählen die Wähler neben den Mitgliedern der Staatsduma auch in 11 Regionen Gouverneure und in 39 Regionen Mitglieder der lokalen Parlamente. Um die Teilnahme zu erhöhen, wird die Abstimmung über drei Tage durchgeführt, was etwa 111 Millionen wahlberechtigten Bürgern die Möglichkeit gibt, an den Wahlen teilzunehmen. Elektronisches Abstimmen ist ebenfalls in dieser Runde erlaubt.
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Die Hälfte der 450 Sitze in der Staatsduma wird über Parteilisten gewählt, während die andere Hälfte in Einzelwettbewerben vergeben wird. Die regierende Partei „Einiges Russland“, die von Wladimir Putin, dem Präsidenten Russlands, unterstützt wird, wird voraussichtlich auch in diesen Wahlen ihre Dominanz behaupten.
Präsenz der Parteien und Wahlherausforderungen
Die Partei „Einiges Russland“, die 2001 aus der Fusion von Kreml-unterstützenden Parteien gegründet wurde, war bei den Wahlen zur Staatsduma stets erfolgreich und gewann bei den Wahlen 2021 mehr als zwei Drittel der Sitze. Die Liste dieser Partei umfasst wichtige politische Persönlichkeiten wie Sergei Lawrow, den Außenminister, und Sergei Sobyanin, den Bürgermeister von Moskau. Außerdem steht der Kriegsreporter Yuri Podolbny, der bei einem Angriff aus der Ukraine verletzt wurde, als dritter auf dieser Liste.
Neben der Partei „Einiges Russland“ werden auch andere „systemkritische“ Parteien an diesen Wahlen teilnehmen. Die liberale Partei „Jabloko“, die einzige registrierte Oppositionspartei gegen den Krieg in der Ukraine, wurde aufgrund ihrer anti-kriegs Haltung von der Wahl-Liste ausgeschlossen. Die Kommunistische Partei, die seit den 1990er Jahren im Parlament aktiv ist, unterstützt unter der Führung von Gennadi Sjuganow weiterhin Putins Kriegsstrategien.
Politische Analysten glauben, dass der Wettbewerb um den zweiten Platz in diesen Wahlen interessant sein wird. Sollte die Kommunistische Partei den zweiten Platz erreichen, könnte dies auf die Unzufriedenheit der Wähler mit den wirtschaftlichen Bedingungen und dem niedrigen Lebensstandard hinweisen.
Die neu gegründete Partei „Neue Menschen“, die darauf abzielt, die Jugend und Technokraten anzusprechen, erzielte bei den vorherigen Wahlen über 5 Prozent der Stimmen und wird jetzt als Stimme der liberalen Jugend und der Mittelschicht angesehen.
Obwohl diese Wahlen routinemäßig erscheinen, verleiht die Durchführung unter Kriegs- und wirtschaftlichen Spannungen ihnen eine besondere Bedeutung. Putin hat in seinen Reden auf den Zusammenhang zwischen den Wahlen und der Unterstützung des Krieges hingewiesen und erklärt, dass es die Aufgabe von „Einiges Russland“ sei, in diesem Krieg zu gewinnen.
Diese Wahlen bieten auch eine Gelegenheit, öffentliche Unzufriedenheit und Kritik an der Regierung und der regierenden Partei zu zeigen, insbesondere in einer Zeit, in der viele Bürger mit der Korruption in der Partei „Einiges Russland“ unzufrieden sind.
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Al Jazara
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