Vor neun Jahren wurde Daphne Caruana Galizia, eine herausragende maltesische Investigativjournalistin, auf grausame Weise mit einer Bombe vor ihrem Haus ermordet. Dieser Mord läutete eine Alarmglocke für die Meinungsfreiheit und Transparenz in Europa ein, aber wird dieses Alarmzeichen immer noch gehört?
Kultur der Straflosigkeit in Malta
Während die Personen, die direkt an diesem Mord beteiligt waren, vor Gericht gestellt und verurteilt wurden, ist bisher niemand als Auftraggeber dieses Verbrechens bestraft worden. Diese Situation ist nicht nur besorgniserregend, sondern zeigt auch eine tief verwurzelte Kultur der Straflosigkeit in Malta, die seit Jahren anhält. In der vergangenen Woche stellte die Nachricht von der Freisprechung von Jürgen Fenech, einem prominenten maltesischen Geschäftsmann, der beschuldigt wurde, an diesem Mord und kriminellen Verbindungen beteiligt zu sein, erneut die Frage auf, ob es wirklich Gerechtigkeit gibt?
Fortdauernde Korruption und mangelnde Transparenz
Korruption auf hohen Regierungs- und Geschäftsebenen in Malta ist offensichtlich. Caruana Galizia hat mutig diese Korruption aufgedeckt und nicht nur ihr Leben dafür verloren, sondern es stellt sich jetzt die Frage, ob Europa seiner Verantwortung zum Schutz von Journalisten und Menschenrechtsaktivisten gerecht wird. Mit ihren Bemühungen, die dunklen Seiten der Korruption in Malta zu beleuchten, hat sie nicht nur ihre Stimme verloren, sondern auch die Stimme von Millionen anderen in die Welt getragen.
Jetzt ist es an der Zeit, dass Brüssel und andere europäische Institutionen gegen diese Kultur der Straflosigkeit auftreten und ernsthafte Reformen in Malta fordern. Wenn Europa auf diese Herausforderung nicht reagiert, wird es nur zu stummen Zuschauern der Geschichte werden, und die Erinnerung an Daphne Caruana Galizia wird als ein Symbol für Ungerechtigkeit und Korruption in den Köpfen der Menschen bleiben.
Al Jazara
روایت خاورمیانه



