Shoaib Bahman, der Präsident des Instituts für zeitgenössische Weltstudien, analysierte in einem tiefgehenden Gespräch die Gründe für die Verschiebung des Oman-Treffens und dessen Auswirkungen auf die Straße von Hormuz und die Entwicklungen im Jemen. Dieses Treffen, das für Montag geplant war, wurde aufgrund der bestehenden Herausforderungen zwischen Iran und Saudi-Arabien verschoben.
Wandel des Machtgleichgewichts im Golf
Bahman ist der Überzeugung, dass die Verschiebung des Oman-Treffens ein Zeichen für einen Wandel des Machtgleichgewichts in der Region ist. Er verwies auf die Situation in der Straße von Hormuz und die militärischen Fortschritte der Ansarullah im Jemen und sagte: „Die geopolitischen Bedingungen in der Region haben sich völlig verändert und das Machtgleichgewicht hat sich zugunsten Irans und seiner Verbündeten verschoben.“ Diese Realität ist für Saudi-Arabien, das als erster Verbündeter der USA in der Region gilt, unangenehm, und sie sind bestrebt, ihre Interessen unter diesen Bedingungen zu wahren.
Vielschichtige Ziele Saudi-Arabiens
Bahman zufolge verfolgt Saudi-Arabien mit der Verschiebung des Oman-Treffens mehrere Ziele. Eines ihrer Ziele ist es, die von Iran angestrebten Regelungen in der Straße von Hormuz nicht anzuerkennen. Bahman fügte hinzu: „Die Teilnahme an diesem Treffen wurde als eine Art Anerkennung der iranischen Kontrolle über die Straße von Hormuz angesehen, und die Saudis verfolgten dieses Ziel mit ihrem Rückzug.“
Er verwies auch auf den Druck Saudi-Arabiens auf seine Verbündeten, insbesondere die Vereinigten Staaten, und sagte: „Die Saudis versuchen, auch andere Akteure in die Gleichung im Jemen einzubeziehen, da sie nicht in der Lage sind, diese Gleichung alleine zu bewältigen. Wenn die Amerikaner nicht intervenieren, wird sich die Situation zu Ungunsten Saudi-Arabiens entwickeln.“
Umfassendere Folgen der Konflikte
Bahman sprach auch über die Möglichkeit einer britischen Intervention im Konflikt zwischen Saudi-Arabien und dem Jemen und sagte: „Eine Ausweitung dieses Konflikts könnte ernsthafte Folgen für Iran haben. Die Entwicklungen im Jemen sind Teil eines regionalen Krieges, der Iran seit mehr als einem Jahr betrifft.“
Er wies auch auf neue Herausforderungen hin, die durch Veränderungen in der Straße von Hormuz und Bab al-Mandab entstanden sind, und sagte: „Die Amerikaner stehen heute vor einer Gleichung, die nicht nur auf die Straße von Hormuz beschränkt ist, sondern auch eine zweite Straße namens Bab al-Mandab in ihre Gleichungen einbezieht.“
Bahman zufolge könnte diese neue Situation in der Region die Berechnungen und Verhaltensweisen aller einflussreichen Akteure beeinflussen, und es wird erwartet, dass neue Allianzen und Bündnisse entstehen. Er betonte, dass historische Erfahrungen gezeigt haben, dass externe Mächte nicht in der Lage waren, die Sicherheit regionaler Akteure zu gewährleisten.
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Al Jazara
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